Baugeschichte des Herzogskastens

Der Herzogskasten, auch „Troadstadel“ genannt, wurde um 1450 als Getreidespeicher erbaut. Er gehörte zum gegenüber liegenden Schloss:

Hernach ist verschriben und vermergkt der Herrschaft zu Abennsperg gult, alle
große und klaine, an getraide, pfenningen, und anderm, wie die genant ist,
gehorent zue dem kasten des sloß und stat Abennsperg.

(Salbuch Abensberg 1443-1467)


Herzogskasten um 1910

Der Umbau um 1600

Um 1600 entstanden neue Fensteröffnungen. Die Balkendecken und somit auch der Dachstuhl (Andreaskreuz-Konstruktion) wurden um einen Meter höher gesetzt. Holzuntersuchungen am Dachstuhl belegen, dass die hierfür verwendeten Fichten im Winter 1597/1598 gefällt wurden. Die Stockwerke gliedern sich in drei Voll- und drei Dachgeschosse. Vom Erdgeschoss bis zum 2. Obergeschoss teilen zwei Pfostenreihen aus Eichenholz den Innenraum parallel zur Traufseite in drei Längsachsen. Mittelstützen tragen und unterteilen die drei Dachgeschosse.Ein tonnenüberwölbter Kellerraum wurde später in das Gebäude integriert.

Gefängnis, Hopfendarre und Museum

Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Gebäude nicht nur als Getreidespeicher genutzt. Es diente als Materialdepot, als Gefängnis, als Hopfendarre und schließlich als Möbellager. 2001 begannen Untersuchungen an der historischen Bausubstanz. 2004 bis 2005 wurde das Gebäude nach denkmalpflegerischen Gesichtspunkten grundlegend saniert. Seit Anfang 2006 ist hier das Museum der Stadt Abensberg untergebracht.


Herzogskasten am 22. Mai 2006

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